Für Arbeitsrecht auf höchstem Niveau!

Zeller Kommentar zum Arbeitsrecht

Vorwort zur 3. Auflage

Zell am See ist zu einem Markenzeichen für das Arbeitsrecht in Österreich geworden. Die im Jahr 1965 von Hans Floretta und Rudolf Strasser gemeinsam ins Leben gerufene Österreichische Gesellschaft für Arbeitsrecht und Sozialrecht hält alljährlich in Zell am See ihre wissenschaftliche Tagung ab, die sich zu einem Pflichttermin für alle entwickelt hat, die mit dem österreichischen Arbeitsrecht verbunden sind.

Mit den in den Jahren 2006 und 2011 erschienenen ersten beiden Auflagen des Zeller Kommentars haben wir den großen Verdiensten der Gesellschaft sichtbare Anerkennung gezollt. Es freut uns, dass der nunmehrige Präsident seit der 1. Auflage Autor im Zeller Kommentar ist. Im Rahmen der 45. Zeller Tagung im März 2010 konnten wir als „Schwesterwerk“ das Zeller Handbuch Arbeitsvertrags-Klauseln präsentieren, mittlerweile ergänzt um das 2014 erschienene Zeller Handbuch Betriebsvereinbarungen.

Zahlreiche Novellierungen wichtiger arbeitsrechtlicher Gesetze und die Fortentwicklung der Rechtsprechung haben nun eine 3. Auflage des Zeller Kommentars erforderlich gemacht. Das Werk befindet sich allgemein auf dem Gesetzesstand per 1. Jänner 2018.

Die ersten beiden Auflagen haben sehr positive Rückmeldungen erfahren. Unser Bestreben, eine rasche und zugleich zuverlässige umfassende Orientierung über den Stand von Rechtsprechung und Lehre zu bieten, konnten wir in einem weiten Maß erreichen. Die Auswahl der Bearbeiterinnen und Bearbeiter aus allen wichtigen Bereichen des Arbeitsrechts – Universitäten, Kammern, Gewerkschaften, Rechtsanwaltschaft, Ministerium und Gericht – ist geglückt; das Team ist seit Anfang an unverändert geblieben. Was gut ist, kann aber immer noch besser werden. Wir möchten uns ganz herzlich bei allen bedanken, die unserer Bitte gefolgt sind, Verbesserungen vorzuschlagen, und wir laden alle Leserinnen und Leser ein, uns Anregungen für die weitere Entwicklung des Werks zu geben.

Die angestrebte Handlichkeit erfordert Beschränkungen bei der Durchdringung von Problemen und bei der Auswahl von Rechtsprechung und Lehre. Ältere Veröffentlichungen und Entscheidungen sind aus diesem Grund nur vereinzelt berücksichtigt, ebenso deutsche Judikatur und Literatur. Das Streben nach Kürze und Lesbarkeit veranlasste uns auch dazu, im Text auf die gleichberechtigte Verwendung beider Geschlechter zu verzichten. Die Verwendung männlicher Formen bezieht sich in gleicher Weise auf die weiblichen Entsprechungen.

Naturgemäß bewirkt die Zahl von 19 qualifizierten Kommentatorinnen und Kommentatoren unterschiedliche Arbeits- und Darstellungsweisen. Als Herausgeber haben wir uns auch in der 3. Auflage bemüht, Homogenität in Darstellung und Umfang der behandelten Materien zu erreichen. Dass dies nicht an allen Stellen gelungen sein mag, möge verziehen werden. Letztlich erschien es uns Herausgebern wichtiger, ausführlichere Teile nicht radikal zu kürzen, sondern sie weitgehend in der von den Autorinnen und Autoren vorgelegten Form den Benützern zugänglich zu machen.

Das Werk hätte nicht entstehen können, wenn nicht viele fleißige Augen und Hände daran mitgewirkt hätten. Frau Mag. Barbara Kashofer und Frau Mag. Anita Hiebler waren aufmerksame Begleiterinnen, die über ihre Arbeit als Lektorinnen hinaus die richtigen Worte gefunden haben, um den Fortgang des Werks in Schwung zu halten. Herrn Mag. Heinz Korntner und Frau Mag. Mirjam Zierl aus dem Haus MANZ danken wir für das Vertrauen, das sie uns entgegenbringen. Ohne die Universitätsassistenten Mag. Dr. Verena Vinzenz, MMag. Michael Egger und Mag. Markus Salcher (alle Universität Innsbruck), die sich der Korrekturen und Querverweise angenommen haben, wären wir noch lange nicht ans Ziel gekommen. Das Stichwortverzeichnis wurde mit tatkräftiger Unterstützung von Frau MMag. Dr. Teresa Millinger-Neumayr erstellt. Ein herzliches Dankeschön auch allen Partnerinnen, Partnern und Kindern der Bearbeiterinnen und Bearbeiter, dass sie ihnen die nötige Zeit und Ruhe für die intensive Arbeit gegeben haben.

In dankbarer Erinnerung behalten wir Univ.-Prof. Dr. Robert Rebhahn, der leider Anfang dieses Jahres – mitten in einem aktiven wissenschaftlichen Leben – verstorben ist. Seit der 1. Auflage hat er grundlegende Bestimmungen des österreichischen Arbeitsrechts kommentiert. Sein aufgeschlossenes Denken und sein umfassendes Wissen haben nicht nur den Zeller Kommentar, sondern die gesamte österreichische Arbeitsrechtslandschaft ungemein bereichert. Wir möchten diese Auflage dem Andenken an ihn widmen.

So hoffen Autoren, Autorinnen und Herausgeber, dass auch die 3. Auflage des Kommentars Anklang finden und so wie die Zeller Tagung Dreh- und Angelpunkt des österreichischen Arbeitsrechts sein möge!

Zell am See, im März 2018
Matthias Neumayr, Gert-Peter Reissner