Für Arbeitsrecht auf höchstem Niveau!

Zeller Kommentar zum Arbeitsrecht

Vorwort zur 2. Auflage

Zell am See ist zu einem Markenzeichen für das Arbeitsrecht in Österreich geworden. Die im Jahr 1965 von Hans Floretta und Rudolf Strasser gemeinsam ins Leben gerufene Österreichische Gesellschaft für Arbeitsrecht und Sozialrecht hält alljährlich in Zell am See ihre wissenschaftliche Tagung ab, die sich zu einem Pflichttermin für alle entwickelt hat, die mit dem österreichischen Arbeitsrecht verbunden sind. Unter der Präsidentschaft von Hans Floretta, Rudolf Strasser und Karl Spielbüchler hat sich die Veranstaltung zur größten juristischen Fachtagung unseres Landes entwickelt.

Mit der im Jahr 2006 erschienenen 1. Auflage des Zeller Kommentars haben wir diesen großen Verdiensten sichtbare Anerkennung gezollt. Im Rahmen der 45. Zeller Tagung im März 2010 konnten wir als „Schwesterwerk“ das Zeller Handbuch Arbeitsvertrags- Klauseln präsentieren. Zahlreiche Novellierungen wichtiger arbeitsrechtlicher Gesetze und die Fortentwicklung der Rechtsprechung haben nun eine 2. Auflage des Zeller Kommentars erforderlich gemacht. Gegenüber der 1. Auflage hat sich der Umfang der Kommentierungen beträchtlich erhöht, weshalb der Kommentar nun in zwei Bänden erscheint. Das Werk befindet sich allgemein auf dem Gesetzesstand per 1. September 2011.

Die erste Auflage hat sehr positive Rückmeldungen erfahren. Unser Bestreben, eine rasche und zugleich zuverlässige umfassende Orientierung über den Stand von Rechtsprechung und Lehre zu bieten, konnten wir in einem weiten Maß erreichen. Die Auswahl der Bearbeiterinnen und Bearbeiter aus allen wichtigen Bereichen des Arbeitsrechts – Universitäten, Kammern, Gewerkschaften, Rechtsanwaltschaft, Ministerium und Gericht – ist geglückt; das Team ist unverändert geblieben. Was gut ist, kann aber immer noch besser werden. Wir möchten uns ganz herzlich bei allen bedanken, die unserer Bitte gefolgt sind, Verbesserungen vorzuschlagen. Die wichtigste Veränderung gegenüber der 1. Auflage ist augenscheinlich: Im ersten Band (Individualarbeitsrecht) sind die Gesetze streng alphabetisch gereiht. Wir beginnen daher mit dem auch für das Arbeitsrecht grundlegenden Gesetz, dem ABGB – auch ein kleiner Tribut an dessen 200-jähriges Bestehen. Die angestrebte Handlichkeit erfordert Beschränkungen bei der Durchdringung von Problemen und bei der Auswahl von Rechtsprechung und Lehre. Ältere Veröffentlichungen und Entscheidungen sind aus diesem Grund nur vereinzelt berücksichtigt, ebenso deutsche Judikatur und Literatur. Das Streben nach Kürze und Lesbarkeit veranlasste uns auch dazu, im Text auf die gleichberechtigte Verwendung beider Geschlechter zu verzichten. Die Verwendung männlicher Formen bezieht sich in gleicher Weise auf die weiblichen Entsprechungen.

Naturgemäß bewirkt die Zahl von 19 qualifizierten Kommentatorinnen und Kommentatoren unterschiedliche Arbeits- und Darstellungsweisen. Als Herausgeber haben wir uns auch in der 2. Auflage bemüht, Homogenität in Darstellung und Umfang der behandelten Materien zu erreichen. Dass dies nicht an allen Stellen gelungen sein mag, möge verziehen werden. Letztlich erschien es uns Herausgebern wichtiger, ausführlichere Teile nicht radikal zu kürzen, sondern sie weitgehend in der von den Autorinnen und Autoren vorgelegten Form den Benützern zugänglich zu machen.

Das Werk hätte nicht entstehen können, wenn nicht viele fleißige Augen und Hände daran mitgewirkt hätten. Wie immer war uns Frau Mag. Anita Hiebler eine aufmerksame Begleiterin, die über ihre Arbeit als Lektorin hinaus die richtigen Worte gefunden hat, um den Fortgang des Werks in Schwung zu halten. Herrn Dr. Wolfgang Pichler und Herrn Mag. Heinz Korntner aus dem Haus MANZ danken wir für das Vertrauen, das sie uns entgegengebracht haben. Ohne Herrn Univ.-Ass. Mag. Michael Haider sowie die Studienassistenten Christoph Hödelmoser und Katrin Reichmann, die sich der Korrekturen und Querverweise angenommen haben, wären wir noch lange nicht ans Ziel gekommen. Das Stichwortverzeichnis wurde mit tatkräftiger Unterstützung von Frau MMag. Teresa Millinger-Neumayr erstellt. Ein herzliches Dankeschön auch allen Partnerinnen, Partnern und Kindern der Bearbeiterinnen und Bearbeiter, dass sie ihnen die nötige Zeit und Ruhe für die intensive Arbeit gegeben haben. So hoffen Autoren, Autorinnen und Herausgeber, dass auch die 2. Auflage des Kommentars Anklang finden und so wie die Zeller Tagung zum Dreh- und Angelpunkt des österreichischen Arbeitsrechts werden möge!

Zell am See, im September 2011
Matthias Neumayr, Gert-Peter Reissner